10.10.2016: rbb-online

"Wir wollen den Menschen mehr Nachtruhe verschaffen"

Bislang lehnten die Berliner Brandenburger Wünsche nach einer längeren Nachtruhe beim BER kategorisch ab. Doch die Aussicht auf ein rot-rot-grünes Bündnis weckt Hoffnungen bei den Anwohnern - auch der Ministerpräsident Woidke zeigte sich am Montag im BER-Sonderausschuss optimistisch.

Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) will mit der künftigen Berliner Landesregierung über ein längeres Nachtflugverbot beim BER-Flughafen verhandeln. "Wir wollen den Menschen mehr Nachtruhe verschaffen", sagte Woidke am Montag im BER-Sonderausschuss des Landtages in Potsdam.

Er sei zuversichtlich, dass es dafür mit der sich abzeichnenden rot-rot-grünen Koalition mehr Chancen gebe als mit der bisherigen SPD/CDU-Regierung. Zu konkreten Zeiten eines Nachtflugverbots wollte er sich im Sonderausschuss aber nicht festlegen - auch nicht auf mehrfache Nachfrage von Abgeordneten.

Der Ausschuss beriet am Montagnachmittag über die Lage am künftigen Flughafen BER. Mit einem voraussichtlich rot-rot-grünen Bündnis wird nach Brandenburg möglicherweise auch Berlin seine Haltung zu den Flugverbotszeiten überdenken - zumindest wächst derzeit wieder bei Anwohnern die Hoffung darauf. Die Brandenburger wollen Nachtflüge zwischen 22 abends und sechs Uhr morgens verbieten.
"Da prallen nicht zwei Seiten aufeinander"

Im rbb-Inforadio äußerte sich die Ausschuss-Vorsitzende Jutta Lieske am Montag zuversichtlich, dass künftig auch von der Hauptstadt Unterstützung komme - und am Ende zwischen den Flughafengesellschaftern Berlin, Brandenburg und dem Bund ein guter Kompromiss gefunden werde, zwischen dem Recht der Anwohner auf Nachtruhe und der notwendigen Wirtschaftlichkeit des Flughafens. "Da prallen nicht zwei unterschiedliche Seiten aufeinander, sondern es ist jetzt geschickt, einen guten Kompromiss zu erzielen mit Berlin und natürlich auch mit dem Bund", sagte Lieske.
Natürlich ist auch der Eröffnungstermin Thema

Der Flughafenchef Karsten Mühlenfeld berichtete im Ausschuss über den aktuellen Baufortschritt, nannte aber weiter keinen Eröffnungstermin. Die Arbeiten könnten so abgeschlossen werden, dass nach dem derzeitigen Stand noch 2017 eine Eröffnung möglich sei.

Die genauen Ergebnisse der Abnahme von installierten Anlagen sei aber nicht genau vorherzusagen. Die Planungen sehen vor, dass teils auch sechs statt fünf Tage die Woche gearbeitet wird. Nach Abschluss der eigentlichen Bauarbeiten dauern die Überprüfung und das Hochfahren der Systeme aber noch Monate - eigentlich sollte der Hauptstadtflughafen schon seit etwa fünf Jahren in Betrieb sein.

rbb-online
10.10.2016
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